Ein rotzfreches Katerchen für Franzi (42)

 


Als Franzi am nächsten Tag aus der Drachenschule am Drachensee zur Höhle auf dem Feuerkogel zurückkam, war diese mit einer Brettertür verschlossen. Franzi wunderte sich sehr und klopfte an. Gleich darauf steckte seine kleine Drachenschwester Franziska ihre Drachennase durch einen engen Türspalt. „Ach du bist es!“, flüsterte sie und öffnete die Tür nur so weit, dass Franzi in die Höhle schlüpfen konnte. „Was ist hier los? Warum flüsterst du, und wo sind Mama und Papa?“, wollte der kleine Drache lautstark wissen. „Psst, jetzt schrei doch nicht so!“, wisperte Franziska erneut. „Du hast ein Überraschungspaket bekommen. Schau dort in deine Kinderecke!“


Der kleine Drache wuselte sofort zu seinem Latschenteppich und wollte vor Freude laut jubeln, aber die kleine Franziska bedeutete ihm ruhig zu sein. „Dein Katerchen ist angekommen. Es schläft jetzt endlich, nachdem es vorhin noch durch die Höhle gesaust ist und überall hochkletterte, wo es nur hochklettern konnte. Mama und Papa besuchen nur kurz die Hexe Kranawitha, um sich noch ein paar Ratschläge zu holen. Mama meinte das ist ja ein kleines Teufelchen, dein Kater.“ Das musste Franzi erst einmal verdauen. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Dass der Kater sehr lebendig ist, das wusste er schon, aber so etwas! „Er hüpft überall hoch und springt durch die Höhle wie ein Gummiball. Hast du dir schon einen Namen überlegt?“, fragte Franziska ihren Drachenbruder. „Ich glaube, ich nenne ihn Peppo Peppone. Das klingt lustig.“, antwortete Franzi.

Da rumorte es in dem Körbchen, das Moni mitgebracht hatte, als sie den kleinen Kater bei Drachenmama Frieda abgegeben hatte. Schon hüpfte ein quicklebendiges rotweißes Katerchen dem kleinen Drachen entgegen, kletterte auf seinen Rücken und rieb das weiche Katzenköpfchen an Franzis Haarschopf. Dabei schnurrte es so laut, dass Franziska kichern musste. Doch gleich darauf hüpfte Peppo Peppone einfach auf den Rücken von Franziska und leckte mit der kleinen Katerzunge über ihr linkes Drachenohr. „Igitt!“, schrie sie auf und bevor sie den kleinen Kater abschütteln konnte, packte ihn Franzi mit seiner Tatze und hielt ihn fest. „Ich glaube, du musst noch viel lernen“, sprach er sanft auf Peppo Peppone ein. Dabei streichelte er ihm über das samtige Köpfchen und kraulte ihn am Bauch. Peppo Peppone hielt ganz still. Sein Schnurren erfüllte die ganze Höhle. Franzi liebte sein Katerchen bereits jetzt über alle Maßen.

Sorgen bereitete ihm nur, was wohl die Eltern berichten würden, wenn sie zurückkommen. Um das Katerchen zu beschäftigen, spielten Franziska und Franzi mit ihm. An einer Schnur befestigten sie ein Stückchen Papier und zogen es durch die Höhle. Munter sprang Peppo Peppone hinterher. Nach einiger Zeit war er müde geworden und legte sich wieder ins Körbchen.

Da hörte Franzi, wie die Dracheneltern vor der Höhle landeten. Vorsichtig öffnete Franzi die neue Türe und ließ die Eltern herein. Gott sei Dank schlief Peppo Peppone friedlich in seinem Körbchen.

Drachenmama Frieda und Drachenpapa Fridolin drückten die beiden Drachenkinder kurz und setzten sich dann um den Tisch. „Ihr wollt sicher wissen, was die Hexe Kranawitha uns geraten hat. Dein Katerchen wird allerhand lernen müssen. Dafür werden wir viel Geduld brauchen. Kranawitha wird uns ihre Katzendame Morgana leihen, damit sie dem Kleinen zeigt, was er noch lernen muss“, erzählte Papa Fridolin.

Und als ob der kleine Racker gehört hätte, dass über ihn gesprochen wurde, kam er wie ein Blitz angesaust. So wie er es bei Franzi und Franziska gemacht hatte, genau so kletterte er flugs auf den Drachenrücken von Mama Frieda, leckte ihr die Wange und rieb sein Köpfchen. Drachenmama Frieda musste lachen: „ Das kitzelt! Na, du weißt ganz genau, wie du dich in unsere Herzen schleichen kannst. Jetzt fehlt nur noch Papa Fridolin.“ Als hätte Peppo Peppone verstanden, was die Drachenmama gesagt hatte, sprang er von ihrem Rücken auf den Drachenrücken von Papa Fridolin, schnurrte wie ein Weltmeister und kuschelte sich zwischen die Drachenflügel. Drachenpapa Fridolin schmunzelte und kraulte Peppo mit einer seiner Krallen sanft am Bäuchlein.

Franzi, Franziska und die Dracheneltern lachten, als sich das Katerchen auf dem Drachenrücken umdrehte und den Katzenbauch nach oben streckte, um noch besser gekrault werden zu können.

Vorsichtig hob Franzi das Katerchen von Papas Rücken und setzte es in das Körbchen. Sanft strichen Franziska und Franzi über das Köpfchen, so lange, bis Peppo Peppone wieder eingeschlafen war.

Nach dem Drachenabendessen und nachdem beide Drachenkinder brav ihre
Drachenbeißerchen geputzt hatten, legten sie sich neben das Katzenkörbchen, in dem Peppo Peppone immer noch schlief. Besorgt fragte Franzi Mama Frieda: „Schlafen Katzen immer so viel?“ „Ja!“, antwortete sie, „Du wirst schon sehen!“

Müde und zufrieden schliefen die beiden Drachenkinder ein. Und Peppo Peppone? Er öffnete ein Katerauge, blinzelte zweimal – ein Katzenlächeln – , hüpfte auf leisen Pfoten aus seinem Körbchen und kuschelte sich eng an Franzi, aber erst nachdem er sich so richtig nach Katzenart dreimal um sich selbst gedreht hatte. Er rollte sich ein und schnurrte noch ein wenig. Dann wurde es ganz ruhig in der Drachenhöhle.

Welche Abenteuer Franzi wohl mit dem Katerchen erleben würde? Was meinst du?

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