Franzi im Glück (41)
Liebe Kinder! Sicher habt ihr darauf gewartet, wie die Geschichte weitergeht.
Wie ihr wisst, ist Morgana die schneeweiße Katze der Hexe
Kranawitha bei Franzi eingezogen, damit er lernt, wie man eine Katze richtig
versorgt. Sie soll sich bei dem kleinen Drachen wohl fühlen.
Und warum das alles? Franzi wünscht sich so sehr ein Katerchen, ein rotgeflecktes
Katerchen. In ein paar Wochen darf er sich von Moni den kleinen Kater abholen.
Die ersten Tage mit Morgana waren ein Klacks. Die Katzendame
hatte sich rasch eingewöhnt und Kranawitha besuchte ihren Liebling jeden Tag.
Franzi sorgte für das Futter, pflegte das Fell der Katze mit einer Bürste und
leerte auch die Katzentoilette pünktlich aus. Das mochte der kleine Drache
zuerst gar nicht. Igitt, das roch gar nicht gut. Anfangs musste er sich seine feine Drachennase zuhalten, aber es
ging von Tag zu Tag besser und er gewöhnte sich daran. Am Abend kuschelte sich
Morgana zu Franzi auf den Latschenteppich. Manchmal schlüpfte sie auch ein
wenig unter die warme Schafwolldecke und schnurrte vor Wohlbehagen, wenn er sie
hinter den Ohren kraulte. Wenn der kleine Drache von der
Drachenschule nach
Hause kam, wurde er meist am Höhleneingang erwartet und Morgana strich ihm um
die Beine, so lange, bis Franzi sie streichelte und leise zu ihr sprach: „Hallo
Morgana, lieb wie du mich begrüßt.“
Die Wochen vergingen rasch und der Tag war gekommen, an dem Franzi seine Eltern fragte sollte, ob er nun ein Katerchen bekommen würde. Drachenpapa Fridolin und Drachenmama Frieda setzten sich zum Tisch und baten Franzi auch Platz zu nehmen. Plötzlich war es sehr still in der Höhle. Nicht einmal Franziska, die in ihrer Ecke spielte war zu hören. Der kleine Drache wetzte vor Ungeduld auf seinem Hocker hin und her. „Mama, Papa, bitte sagt mir, ob mein Wunsch in Erfüllung geht.“ , flüsterte er.
Mama und Papa sahen sich an und endlich sprach Mama:
„Alsoooo! Du hast dich sehr gut um Morgana gekümmert. Wir müssen trotzdem über
einige Dinge sprechen, bevor wir eine Entscheidung treffen. Du weißt nun, dass
ein Tier kein Spielzeug ist, das man einfach weglegen kann. Ein Tier braucht
viel Liebe und Betreuung. Einige Sorgen macht uns der Höhleneingang. Aus deinem
Abenteuer mit Monis Minki hast du sicher gelernt, dass es nicht einfach ist,
eine Katze hier auf dem Berg zu halten. Es gibt viele Gefahren. Hast du einen
Vorschlag, wie wir das Problem lösen könnten? Papa hat bereits darüber
nachgedacht, aber wir möchten auch deinen Vorschlag hören.“ Papa sah Franzi
erwartungsvoll an. Der kleine Drache überlegte eine Weile. Plötzlich hatte er
eine Idee: „Man könnte am Höhleneingang eine feste Tür anbringen, dann kann der
kleine Kater nicht davonlaufen. Außerdem könnte ich eine Leine aus Waldrebe
flechten und ihn an der Leine mit ins Freie nehmen, bis er gelernt hat, nicht
davonzulaufen.“
Mama gab Franzi einen Schmatz auf die Wange und drückte ihn
kurz. „Das sind sehr gute
Vorschläge. Doch du weißt, dass du mithelfen musst“,
meinte sie. Franzi blickte zu Drachenpapa Fridolin und entdeckte ein Schmunzeln
im grünen Drachengesicht. „Darf ich wirklich ein Kätzchen haben?“, wollte er es
nun nicht nur am Gesicht seiner Dracheneltern ablesen, sondern hören. „Komm
her!“, sagte Papa, schnappte Franzi und setzte ihn auf seine Drachenknie. „Du
darfst dir das Katerchen abholen. Wir fr euen uns genauso wie du auf den neuen
Mitbewohner.“ Da kam auch Franziska angerannt und hüpfte vor Begeisterung auf
und ab wie ein Gummiball.
Sie erwartet dich heute am späten Nachmittag. Morgana bleibt noch zwei Tage bei uns, ehe
sie wieder zu Kranawitha zurückgeht.“, erklärte Mama.
Nun brach der Jubel bei den beiden Drachenkindern erst
richtig los. Sie fassten sich an den Drachentatzen und tanzten im Kreis.
Franzi war überglücklich. Er half seinen Dracheneltern bei
den Vorbereitungen und flog Richtung Drachental, um dort im Wald Lianen der
Waldrebe zu sammeln. Die Leine zum Spazierengehen sollte fertig sein, wenn sein
Katerchen bei ihm einzog.




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