Nur Mut Franzi! (40)

Nach seinem Besuch bei Moni war Franz schon wieder gaaanz aufgeregt. Ein Kätzchen oder Katerchen! Wie sehr wünschte er sich, dass seine Dracheneltern das erlauben würden!


Mitten in der Nacht wachte er auf. Sofort musste er wieder an den niedlichen, frechen Kater denken. Wann soll er fragen? Wie würde die Antwort ausfallen? Wo sollte der kleine Fellknäuel schlafen? Wie sollte Franzi ihm beibringen, die Drachenhöhle nicht alleine zu verlassen? Geht das überhaupt, wenn man mitten in der Natur lebt und das Katerchen noch keine Ahnung von den Gefahren hat, die hier auf dem Feuerkogel auf ihn warten? Gleich fiel ihm das Abenteuer mit Monis Katze Minki ein. Das war eine Aufregung gewesen. Gott sei Dank war die Sache gut ausgegangen.

Fragen über Fragen und vieles zu bedenken! Franzi fand lange keine Ruhe, doch dann fielen ihm seine müden Drachenaugen zu und er schlief wieder ein.


Am nächsten Morgen flogen Franzi, Drachenpapa Fridolin und Franziska gemeinsam ins Drachental. Der kleine Drache wurde bis zur Drachenschule im Drachenfelsen am Drachensee begleitet. Franziska quietschte vergnügt, als Franzi noch einen Luftsalto machte, bevor er vor der Drachenschule landete. Dann konnte er sie nicht mehr sehen, denn Drachenpapa Fridolin segelte mit der kleinen Schwester weiter zum Drachenkindergarten.

Während der kleine Drache an diesem Schultag viel Neues lernte, endlich die ersehnte Drachenturnstunde viel Spaß und Bewegung brachte, durfte die kleine Franziska im Drachenkindergarten nach der Jause mit ihren Freundinnen und Freunden im Garten spielen.

In der großen Drachenschulpause erzählte Franzi auf dem Drachenschulhof seiner Freundin Liesette von den süßen Katzenkindern. Liesette wollte auch gleich so ein Kätzchen haben. „Ich weiß nicht, wie ich es meinen Eltern sagen soll, dass ich den kleinen Kater gerne mitnehmen möchte.“ , jammerte Franzi. Nachdenklich betrachtete ihn Liesette. Plötzlich lächelte sie verschmitzt. „Ich habe eine Idee!“, meinte sie. „Du wünschst dir das Katerchen einfach zum Geburtstag!“ Der kleine Drache glaubte nicht, dass das so einfach gehen würde. „Da brauche ich schon eine bessere Idee, denn ich hatte ja bereits Geburtstag und ein ganzes Jahr kann ich nicht warten.“, überlegte er. Noch bevor die beiden Drachenkinder einen besseren Plan ersinnen konnten, mussten sie zurück in den Unterricht.

Am Nachmittag stand eine neue Zauberstunde für den Zauberlehrling Franzi auf dem Kalender. Hexe Kranawitha wartete sicher schon mit einer neuen Aufgabe auf ihn. Nach den Missgeschicken mit Morgana und der Hexe auf dem Tisch hatte er fleißig geübt und gute Fortschritte gemacht. Der kleine Zauberdrache schaffte es bereits das Zauberbuch zum Schweben zu bringen. Das war anstrengend, doch es ging immer besser. Heute sollte er die Hexe schweben lassen. Ob das wohl gut gehen würde, wenn er mit seinen Gedanken doch immer bei dem niedlichen Katerchen war.

Ein-, zwei-, dreimal über die Zauberschuppe gerieben und SCHWUPPDIWUPP! Schon segelte der unsichtbare Drache zur Hexenhöhle. Wie immer erwartete ihn die Katzendame Morgana am Höhleneingang. Sie putzte sich geradezu majestätisch ihre Vorderpfote. Langsam setzte sie sich in Bewegung begrüßte schnurrend den kleinen Drachen. Die Hexe Kranawitha trat aus der Höhle und wuschelte über Franzis Haarschopf. Das war Franzi gar nicht unangenehm, denn er mochte seine Lehrmeisterin sehr. Die Hexe bat ihn, doch hereinzukommen. Sie hatte bereits alles für die Zauberlehrlingsstunde vorbereitet.

Franzi setzte sich zum Tisch, auf dem das aufgeschlagene Zauberbuch bereitlag. Aber Kranawitha setzte
sich nicht zu ihm, sondern schaute ihn nachdenklich an. Dabei rieb sie sich über ihre lange Hexennase und fragte plötzlich: „Was ist denn mit dir los? Du schaust so traurig aus.“ Nun war Franzi nicht mehr zu bremsen. Es sprudelte nur so aus ihm heraus. Hastig erzählte er der alten Hexe von seinem Kummer und seinem Wunsch, das kleine Katerchen mit nach Hause nehmen zu können. Schließlich fragte er seine Freundin Kranawitha, wie er es anstellen könnte, dass seine Dracheneltern es erlaubten.

Die Hexe dachte ein wenig nach. Dann huschte ein verschmitztes Lächeln über ihr faltiges Gesicht. „Ich glaube, ich kann dich unterstützen. Du musst aber deine Eltern selber überzeugen. Pass auf! Ich begleite dich heute nach Hause und wir nehmen Morgana mit. Sie wird ein paar Tage bei euch bleiben, dann kannst du deinen Eltern zeigen, dass du gut für eine Katze sorgen und gut auf sie aufpassen kannst. Natürlich musst du einige neue Aufgaben übernehmen, denn so ein Kätzchen braucht viel Fürsorge, besonders hier am Feuerkogel.“ , erklärte sie. Franzi war begeistert. Er hüpfte durch die Hexenhöhle und sang vor sich hin: „Hurra, hurra, mein Kätzchen ist bald da!“ Die Hexe Kranawitha lachte. „Dann machen wir uns gleich auf den Weg. Die Zauberstunde holen wir ein anderes Mal nach. Komm Morgana!“, rief sie die Katze. Leise flüsterte sie der Katze etwas ins Ohr, was Franzi nicht verstehen konnte.

Gleich machten sie sich auf den Weg. Kranawitha reiste auf ihren Turbobesen. Franzi durfte Morgana auf seinen Rücken setzen. Sie machten sich unsichtbar und schon schwebten sie über den Berg zur Drachenhöhle.

Vor der Höhle spielten Drachenpapa Fridolin und Franziska „Drachenverstecken“. Das sah lustig aus, weil doch Papa Fridolin so einen langen Drachenschwanz nur sehr schwer verstecken konnte. Als Franzi und die Hexe sich zu Boden sinken ließen und wieder sichtbar wurden, sauste die kleine Franziska zu Franzi und wollte sogleich Morgana streicheln. Drachenmama Frieda kam aus der Höhle um nachzusehen, was da los war.

Franz nahm all seinen Mut zusammen und erzählte seinen Eltern die Geschichte von Monis Katzenbabys, seinem Wunsch und Kranawithas Vorschlag. Drachenmama Frieda sah Franzi nachdenklich an und meinte: „Wie stellst du dir das vor? Es ist keine leichte Aufgabe, ein Kätzchen großzuziehen und zu versorgen. Das will gut überlegt sein.“ Auch Drachenpapa Fridloin machte ein ernstes Gesicht. Kranawitha erklärte noch einmal den Plan und sagte: „Franzi darf jetzt ein paar Tage zeigen, was er kann. Morgana wird bei euch bleiben, wenn ihr es erlaubt, und er versorgt sie ganz allein.“ Dabei strich sie Morgana über das weiße Katzenköpfchen.


Franzis Eltern sahen sich an und endlich sprach Drachenmama Frieda: „Nun gut! Wir wollen es versuchen.“ Franzi herzte und küsste seine Mama vor lauter Freude. Er beteuerte, gut auf Morgana Acht zu geben. Kranawitha verabschiedete sich und versprach am nächsten Tag vorbeizukommen, falls Franzi Hilfe benötige. Nun bekam auch die alte Hexe Kranawitha einen dicken Kuss auf die Wange.

Ein letztes Mal strich Kranawitha Morgana über das seidige Fell und flüsterte ihr noch einmal ins Ohr. Es sah fast so aus, als würde die Katzendame zustimmend nicken. Die Hexe schwang sich auf ihren Besen und sauste davon.

„Nun wollen wir Morgana ein schönes Plätzchen herrichten.“, forderte Papa Fridolin den kleinen Drachen auf mitzukommen.

Es wurde ein schöner Abend und unser kleiner Drache schmiegte sich in das weiche Fell der Katzendame, die sich eng an ihn gekuschelt hatte. Zufrieden schlief er ein.

Wie wird es Franzi wohl ergehen? Schafft er es, die Katze gut zu versorgen? Das erfährst du in der nächsten Geschichte.

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