Frühling liegt in der Luft (38)

 


Franzi, wie ihr euch sicher erinnert könnt, ist Zauberlehrling bei Hexe Kranawitha und hat ein funkelnagelneues Snowboard bekommen. Moni war pünktlich zur Verabredung am Nachmittag erschienen, um Franzi zu zeigen, wie man auf einem Snowboard über die Pisten saust. Das war lustig, - für Moni! Franzi hatte seine liebe Not mit dem Snowboard. Es erging ihm nicht anders als damals mit den Schneeschuhen. Immer wieder purzelte er in den Schnee. Einmal steckte er sogar so tief im Pulverschnee, dass Moni ihn herausbuddeln musste. Der kleine Drache konnte gar nicht aufhören zu qualmen - vor Enttäuschung über sich selbst. Aus Nasenlöchern und Ohren pfauchte grauer Rauch und natürlich sprühte er auch ein paar Drachenfeuerfunken in den Schnee.


Moni stand am Pistenrand und lachte und lachte. Jetzt war Franzi beleidigt: „Du bist doch meine Freundin. Weshalb lachst du mich aus, wenn ich mich so ungeschickt anstelle?“

Da hörte Moni sofort auf zu lachen. „Ich lache doch nicht über deine Ungeschicklichkeit. Ich muss wegen des Qualms lachen. Das sieht zu komisch aus. Ich dachte, du hast dir das schon abgewöhnt“, antwortete sie ernst. Franzi überlegte, was er nun sagen sollte. Sie war ihm ja ohnehin peinlich, diese Qualmerei. „Hmm!“, seufzte er. „Ich glaube, ich muss wieder geduldiger werden, aber manchmal bin ich eben immer noch sehr ungeduldig. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Bei dir schaut das so cool und einfach aus.“ Moni legte Franzi den Arm um die Drachenschultern und drückte in. „Das wird schon werden. Wenn du es nicht in diesem Winter schaffst, dann im nächsten. So, Schluss für heute! Wir sehen uns morgen! Komm mich an meinem Zimmerfenster besuchen. Ich habe eine tolle Überraschung für dich“, sagte sie und verschwand mit ein paar flotten Schwüngen auf ihrem Snowboard hinter dem nächsten Hügel.

Franzi nahm das Snowboard unter den Drachenarm, rieb dreimal an seiner blauen Zauberschuppe und „SCHWUPPDIWUPP“ flog er – unsichtbar - bis zur Drachenhöhle.

Als er wieder in der Höhle war, wartete die Drachenfamilie bereits am Tisch. In der Mitte stand ein riesengroßer Teller mit… Ja, womit? Was glaubt ihr?  DRACHENPIZZA!



Franzi erzählte von seinem Missgeschick auf dem Snowboard. Alle trösteten ihn und machten ihm Mut. Nun war ihm schon ein wenig leichter ums Herz.

Am nächsten Morgen sollte die Drachenschule wieder beginnen. Der kleine Drache träumte vom Wiedersehen mit seinen Freundinnen und Freunden und natürlich auch mit seiner Lieblingsdrachenschullehrerin Fräulein Rosanna Funkendrache. Gerade träumte der kleine Drache von einer lustigen Drachenturnstunde, als Drachenpapa Fridolin über Franzis grünen
Haarschopf wuschelte. Der kleine Drache zog rasch seine weiche Schafwolldecke über den Kopf. Es war gerade so lustig in seinem Traum. Er wollte nicht aufwachen. Plötzlich fiel ihm ein, dass ihm seine Freundin Moni ja gestern eine Überraschung versprochen hatte. Sogleich war er putzmunter. Mit einem Satz sprang er von seinem Latschenteppich auf. Drachenpapa Fridolin brauchte gar nichts zu sagen, der kleine Drache putzte seine Beißerchen und kämmte seinen grünen Haarschopf. „Und, was ist mit deinen Drachenschuppen?“, fragte Drachenmama Frieda, als Franzi sich schon zu Tisch setzen wollte. Er murrte ein wenig, aber nur ganz leise, weil er seine Dracheneltern eigentlich nicht verärgern wollte, nur weil er seine Schuppen gerade nicht putzen wollte. Naja, auch unser kleiner Drache ist manchmal halt nur ein Drachenkind, wie auch andere Drachenkinder sind.

Nach dem Frühstück sausten er und Drachenmama Frieda zusammen mit der kleinen Franziska hinunter ins Tal zur Drachenschule im Drachenfelsen am Drachensee. Die Sonne ging bereits auf und wärmte mit ihren ersten Strahlen das Schuppenkleid der Drachen. Bald würde der Frühling ins Land ziehen und der Schnee würde auch auf dem Feuerkogel schmelzen. Hier unten im Drachental gab es nur noch einzelne Schneeflecken. Da und dort reckten die ersten Blumen ihre Köpfe aus der Erde. Schneeglöckchen,
Buschwindröschen und sogar ein paar Schlüsselblumen konnte Franzi da entdecken.


Ein kleines Stück vor dem Drachenfelsen trennten sie sich. Franzi flog zur Drachenschule und Mama Frieda brachte die kleine Franziska zum Drachenkindergarten. „Bis später!“, rief der kleine Drache. Er warf den beiden noch je eine Kusshand zu, dann landete er inmitten seiner

Drachenschulkameraden, die ihn stürmisch begrüßten.

Was würde der Tag wohl bringen?

Welche Überraschung hatte sich Moni für unseren kleinen Drachen ausgedacht?

Das erfährst du bald in der nächsten Geschichte.

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