Franzi im Zauberstress (37)


Weihnachten hatte für Franzi eine tolle Überraschung gebracht und natürlich musste er sein funkelnagelneues Snowboard möglichst sofort ausprobieren. Gleich am nächsten Morgen machte er am Höhleneingang sich unsichtbar. Ihr wisst ja schon: Dreimal an der Zauberschuppe gerieben und SCHWUPPDIWUPP…! Sogleich flog er zu den Gasthäusern hinüber und hielt nach seiner Freundin Moni Ausschau. Es war noch ganz ruhig am Feuerkogel. Die Schifahrer warteten allerdings bereits an der Talstation auf die erste Gondel. Weil das Wetter prachtvoll war - strahlend blauer Himmel, frisch angezuckerte Schipisten, windstill und gar nicht so kalt – würde es heute auf den unterschiedlichen Pisten nur so wimmeln. Franzi grinste, als er sich die vielen Kinder im Drachenpark vorstellte. Ein einziges Gewusel von Schiknirpsen und alle wollten lernen, flott über die Hänge zu sausen.

Wo war Moni nur? Jetzt in den Winterferien half sie ihren Eltern im Gasthaus Feuerkogel. Jeden Morgen brachte sie die Liegestühle aus der nahen Hütte und stellte sie auf der Terrasse auf, damit die Gäste auch die Sonne genießen konnten. Langsam flatterte Franzi zu Monis Zimmerfester auf der Rückseite des Hauses. Er wusste genau, wo ihr Zimmer lag. Vorsichtig klopfte er mit seiner Schwanzspitze an die Scheibe. Drinnen rumpelte es und am Fenster erschien Monis verschlafenes Gesicht. Sie rieb sich die Augen, denn es war ja niemand zu sehen. Schließlich öffnete sie das Fenster ein wenig. Franzi flüsterte: „Ich bin‘s, Franzi! Moni, hast du heute ein wenig Zeit für mich? Ich möchte mein neues Snowboard ausprobieren.“ Seine Freundin lachte und meinte: „ Ja gerne, mein unsichtbarer Freund. Wann soll es denn


losgehen? Ich bin selber schon ein paar Tage nicht auf meinem Board gestanden. Das wird ein Spaß! Ich komme am Nachmittag zu dir.“  Franzi grinste, aber das konnte Moni natürlich nicht sehen! So flüsterte er: „Ich freue mich. Also bis dann!“

Schon sauste er zurück zur Drachenhöhle. Mama Frieda saß mit der kleinen Franziska am Tisch. Auch Franzis Schwester hatte Ferien, Drachenkindergartenferien.  Franzi nahm neben den beiden Platz und erzählte von seinen Plänen am Nachmittag. „Jetzt solltest du erst einmal deinen Frühstücksbrei essen!“, forderte ihn Mama Frieda auf. Franziska schnabulierte bereits und sah lustig aus. Sie hatte um ihr ganzes Drachenmäulchen Brei geschmiert. Nun leckte sie ihn mit der langen Drachenzunge ab. „Rasch ins Bad mit dir und mach dich sauber!“ , sagte Mama Frieda.

Nach dem Frühstück übte Franzi ein wenig das Schreiben mit der neuen Feder. Das war gar nicht so leicht. Den Griffel hatte er ja schon gut im Griff, aber diese Feder!!! Wie unser kleiner Drache bereits wusste, musste man Neues üben, damit man es gut konnte. Das war beim Schifahren so, beim Schwimmen, beim Lesenlernen, beim Schreiben und selbstverständlich auch beim Zaubern. All das konnte das Drachenkind schon recht gut, nur das Zaubern stellte noch eine riesengroße Herausforderung dar. Heute Vormittag erwartete ihn die Hexe Kranawitha zu seiner nächsten Zauberstunde.

„Nun saus‘ los! Kranawitha wird bestimmt bereits auf dich warten.“, ermahnte Mama Frieda unseren kleinen Drachenzauberlehrling. Das ließ sich Franz nicht zweimal sagen, obwohl ihm ein wenig mulmig war. Hoffentlich passierte ihm heute kein Fehler! „Wird schon werden! Ich werde mich besonders anstrengen.“, machte er sich selber Mut und los ging’s.

Ein kurzer Flug brachte ihn, natürlich unsichtbar, über die belebten Pisten zur Höhle seiner Lehrmeisterin und Freundin. Ja, die Hexe Kranawitha war nun seine Freundin und ein bisschen Oma.

Wie immer erwartete Morgana ihn am Höhleneingang. Sie schnurrte und rieb ihr Köpfchen an Franzis Schwanzspitze. Das sah lustig aus. Soviel war sicher: Morgana war ihm wegen seines Fehlers beim Zaubern nicht mehr böse. Kranawitha trat aus der Höhle und winkte dem kleinen Drachen zu, er solle doch eintreten.


In der Hexenhöhle war es gemütlich warm, denn an der Feuerstelle brannte ein Feuer. Die Flammen tanzten und das Holz knisterte und knackte. Die Hexe forderte Franzi auf am Tisch Platz zu nehmen und stellte einen Becher mit duftendem Kräutertee vor ihn hin. Nachdem sie sich zu ihm gesetzt hatte, sagte sie mit ihrer krächzenden Stimme: „Heute werden wir den Zauberspruch vom letzten Mal noch einmal üben und danach zeige ich dir, wie man einen Zaubertrank braut.

Franzi war sehr nervös. Kranawitha erinnerte ihn, dass er nur an das denken darf, was geschehen soll. „Nun zu deiner Zauberaufgabe: Nimm deinen Zauberstab, schließe die Augen und sprich den Zauberspruch! Der Becher auf dem Tisch soll bis zu mir schweben.“, sprach die Hexe. Das Drachenkind stellte sich neben die Hexe, schloss die Augen und deutete mit dem Zauberstab auf den Becher am Tisch:

Knisebein und Rosenfisch,

Becher schwebe her vom Tisch.

Kranawitha in die Hand.

Bleib gefüllt bis an den Rand!


Franzi schwang seinen Zauberstab und wartete ab. Plötzlich stieß etwas gegen seinen Kopf und warmes Wasser platschte auf seine Drachennase. Vom Tisch her hörte er ein Kichern.

Oje, oje, Ojemineh! Schon wieder war sein Zauberkunststück misslungen. Kranawitha saß kichernd auf dem Tisch und über Franzis pitschnasser Drachennase schwebte der Becher. Die Hexe konnte gar nicht aufhören zu kichern. Schließlich begann auch noch Siegi, die


Bergdohle, in seinem Käfig wild herumzuflattern und laut zu krächzen. Nur Morgana saß in der Nähe der Feuerstelle und leckte sich seelenruhig die weißen Pfoten.

„Das war lustig!“, gluckste die Hexe. Franzi aber fand es überhaupt nicht lustig. „Ich sehe schon, wir müssen uns etwas überlegen, damit du dich besser konzentrieren kannst. Ja, genau! Ich weiß auch schon, wie es funktionieren kann. Komm mit!“, meinte Kranawitha. Draußen vor der Höhle der Hexe lag ein langer Baumstamm und schon balancierte die alte Hexe über den Stamm. „Los, jetzt du!“, rief sie. Franzi musste nun hin und her balancieren. „Und jetzt machst du es mit geschlossenen Augen!“

Das war schon viel schwieriger.  Doch Franzi gab nicht auf. Immer sicherer bewegte er sich auf dem Baumstamm. „Das war schon sehr gut!“ , lobte ihn die Hexe. „Komm in die Höhle! Wir lesen noch ein wenig im Zauberbuch.“ Da war Franzi sehr erleichtert, dass er heute nicht mehr zaubern musste und außerdem geisterte schon seine Freundin Moni durch seine Gedanken. Die Vorfreude auf einen Nachmittag im Schnee ließ sein Herz höherschlagen.

Wir werden sehen, ob Franzi beim Snowboarden mehr Geschick hat.  Was meinst du?

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